Was ist das Gesetz der beschleunigten Rendite?
Das Gesetz der beschleunigten Rendite ist eine Idee, die dem Zinseszins ähnelt. Darin heißt es, dass sich die Wachstumsrate jeder exponentiell wachsenden Technologie im Laufe der Zeit selbst beschleunigt und irgendwann einen Punkt erreichen wird, an dem sie so schnell erfolgt, dass eine Extrapolation aus aktuellen Trends unmöglich wird.
Der Begriff wurde mit Ray Kurzweils Ideen zur technologischen Singularität in Verbindung gebracht, die er als „die zukünftige Periode, in der das Tempo des technologischen Wandels so schnell und seine Auswirkungen so tiefgreifend sein werden, dass das menschliche Leben irreversibel verändert wird“, beschreibt.
Das Gesetz besagt, dass sich das Tempo des technischen Fortschritts in Schritten oder „Wellen“ bewegt. Jede Welle ist durch schnelles und exponentielles Wachstum gekennzeichnet, gefolgt von Phasen langsameren Wachstums oder Stagnation (ähnlich nicht rückzahlbaren Investitionsblasen), bis ein neuer Paradigmenwechsel eintritt.
Die erste Welle begann mit der Erfindung des Feuers und endete mit der Gründung von Städten. Die zweite Welle begann mit der Erfindung der Schrift und endete mit der Druckerpresse. Die dritte Welle begann mit der Erfindung von Computern und Biotechnologie und wächst auch heute noch exponentiell. Kurzweil prognostiziert, dass diese dritte Welle etwa im Jahr 2045 enden wird, wenn Menschen mit Maschinen verschmelzen.
Das Gesetz der beschleunigten Rendite ist eine Folge des Mooreschen Gesetzes, das vorhersagt, dass sich die Computerleistung etwa alle zwei Jahre verdoppelt. Es deutet darauf hin, dass wir uns in einem Prozess exponentiellen Wandels befinden. Dieses Verständnis hat Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik, die soziale Organisation, die Bildung und andere Bereiche menschlichen Handelns. Tatsächlich sind viele Zukunftsforscher davon überzeugt, dass wir am Rande eines weiteren Paradigmenwechsels stehen, der Rechenleistung liefern wird, die weit über das hinausgeht, was wir jetzt haben.
Kurzweil prognostiziert, dass sich der technologische Fortschritt im 21. Jahrhundert beschleunigen wird, so dass wir bis 2045 einer „linearen“ Trendlinie so weit in die Zukunft folgen können, wie wir sie projizieren können.
Heute sehen wir, dass sich dieses Gesetz weitgehend als richtig erweist.
Die exponentiellen Wachstumskurven, die wir in der Technologie beobachten, sind das Ergebnis einer Rückkopplungsschleife zwischen Innovation und Investitionen. Je mehr Geld wir in Technologie investieren, desto besser ist unsere Technologie in der Lage, neue und leistungsfähigere Technologien zu schaffen. Und mit jeder neuen Innovation können wir weitere Innovationen mit noch größerem Gewinn realisieren. Dieses Konzept kann durch die Untersuchung von drei verschiedenen Komponenten erklärt werden: befähigende Technologien, Humankapital und Investitionskapital.